Beratung

Beratung am Werner-von-Siemens-Gymnasium Gronau

Beratung ist Bestandteil der Arbeit aller Lehrerinnen und Lehrer an unserer Schule und findet tagtäg­lich statt. Bereits ein kurzes informelles Gespräch während des Unterrichts oder zwischen Tür und Angel, mit der gesamten Klasse, mit einer kleineren Gruppe oder mit einzelnen Schülerinnen und Schülern hat beratenden Charakter. Ebenso findet in jedem Elterngespräch auch außerhalb von Elternsprechtagen und anderen formellen Gesprächssettings Beratung im Rahmen der Erziehungs­partnerschaft zwischen Elternhaus und Schule statt.

Fachlehrer/-innen und Klassenlehrer/-innen bzw. Jahrgangsstufenleiter/-innen sind entsprechend die alltäglich beratenden Fachkräfte. Beratung wird darüber hinaus von speziell fortgebildeten Bera­tungslehrkräften, den Stufenkoordinatoren/-innen und den Schulsozialarbeitern/innen geleistet. Regelmäßig bieten Fachkräfte der Diakonie Gronau in den Räumen der Schule Beratung an. In Fällen, wo dies sinnvoll oder geboten erscheint, arbeiten die beratenden Lehrkräfte der Schule mit der schulpsychologischen Beratungsstelle des Kreises Borken sowie mit unterschiedlichen außerschuli­schen Unterstützern und Institutionen zusammen.

Außerdem beraten Lehrkräfte miteinander über die von ihnen unterrichteten Schüler/innen und sie beraten einander in kollegialer Fallberatung.

Was heißt „Beratung“ für uns?

Beratung – ein Beziehungsgeschehen

Beratung findet in einem Beziehungsgeflecht statt, im häufigsten Fall von Schüler/-in, evtl. Eltern/ -haus und Lehrkraft/Schule. Dabei ist diese Kernkonstellation eingebettet in das jeweilige komplexere Beziehungsgefüge von Familie, Klasse, Peergroups, Lehrerschaft, Schulgemeinschaft etc.

Vertraulichkeit ist ein zentraler Bestandteil der Beratung an unserer Schule. Bera­tungslehrkräfte und Schulsozialarbeiter unterliegen der Schweigepflicht.

Zwei Schwerpunktbezüge

Es gibt zwei Schwerpunktbezüge schulischer Beratung: Die Beratung im Kontext der schulischen Laufbahn, des Lernens und schulischer Leistung und die Beratung im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung bzw. im psychosozialen Bereich. In der Praxis erweisen sich diese Schwerpunkte als Brennpunkte einer Ellipse, da  sich häufig Entwicklungsaufgaben, Konflikte oder Probleme nicht eindeutig dem einen oder anderen Bereich zuordnen lassen. Auch während eines Beratungsprozesses kann sich der Schwerpunkt verschieben.

Drei Grundsituationen

Beratung findet in drei Grundsituationen statt, nämlich um 1. präventiv bei der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben in der Adoleszenz Anregung und Hilfestellung zu geben und Krisen vorzubeu­gen, 2. im eigentlichen Beratungsfall zu intervenieren und zu unterstützen sowie 3. nach Bewältigung der Entwicklungsaufgabe zu reflektieren und Nachsorge mit den schulisch Beteiligten zu betreiben.

Beratung zwischen Freiwilligkeit und Verpflichtung

Beratung im schulischen Kontext findet grundsätzlich freiwillig statt. Auch der Erfolg schulischer Be­ratung ist darauf angewiesen, dass der Schüler/ die Schülerin bzw. Eltern oder Lehrer/-in willens sind, den Beratungsprozess nicht nur über sich ergehen zu lassen, sondern ihn aktiv mit zu gestalten, um etwas oder sich selbst zu verändern. Andererseits gehört Beratung zum schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrag. Lehrer/-innen sind verpflichtet, Schüler/-innen und ihren Eltern Beratung zumin­dest anzubieten, wenn sie beobachten oder bemerken, dass die Schüler/-innen den Anforderungen, die der schulische Bildungsgang an sie stellt, nicht zu genügen drohen, oder wenn sie begründet vermuten, dass der Schüler/ die Schülerin in seiner Entwicklung erheblich beeinträchtigt ist.

Kooperation

Beratung im schulischen Kontext ist auf Kooperation mit anderen Stellen angewiesen. Es ist bewährte Praxis, in Bera­tungsgesprächen in der Schule zu klären, ob ein weiter gehender Beratungsbedarf besteht, worin dieser besteht und Kontakt zu einem passgenauen weiter führenden Angebot herzustellen. Mitarbeiter/-innen von Beratungsstellen außerhalb unserer Schule spielen ebenfalls eine Rolle bei der Fortbildung und fachkundigen Unterstützung des Beratungsteams bzw. aller Lehrer/-innen.

Das Werner-von Siemens-Gymnasium unterhält Kontakte zu folgenden außerschulischen Beratungs­stellen und Kooperationspartnern: schulpsychologische Beratungsstelle des Kreises Borken, Caritas in Gronau / Epe, Diakonie in Gronau, Jugendamt, Polizei, Integrationsstelle GrowNet, Familienbildungsstätte, Hospizverein Gronau, Verein „Hummel“ – und zu weiteren Kooperationspartnern. Die Familienberatungsstelle der Diakonie bietet regelmäßig Sprechstunden im Werner-von-Siemens-Gymnasium Gronau an.

Erziehungspartnerschaft als Baustein effektiver Beratung

Bei der Beratung von bzw. mit Eltern gelten im Wesentlichen dieselben Grundsätze mit einer wichti­gen Akzentverschiebung: Beratung kann dann besonders effektiv stattfinden, wenn Elternhaus und Schule in einer Erziehungspartnerschaft zusammenwirken, d.h. wenn Eltern und Lehrkräfte einander auf Augenhöhe begegnen und sich einig sind, gemeinsam zum Wohl des Kindes – möglichst auch gemeinsam mit dem Kind bzw. Jugendlichen – zu handeln.

Mitarbeit im und Zusammenarbeit mit dem schulischen Krisenteam

Die Mitglieder des Beratungsteams am Werner-von-Siemens-Gymnasium Gronau sind Teil des schuli­schen Krisenteams. Sie decken im Schwerpunkt das psychosoziale Aufgabenfeld der Arbeit des Krisenteams ab. Sie arbeiten anlassbezogen und von Fall zu Fall mit den anderen Mitgliedern des Krisenteams und insbesondere der Schulleitung zusammen, stehen als Ansprechpartner/-innen im Krisenfall bereit und nehmen an entsprechenden Fortbildungen teil.

Prävention: Vorbeugung

In den Bereich der Prävention fällt jegliches Handeln von Schülern/-innen, Lehrern/-innen und Eltern, das ein gewaltfreies, respektvolles, wertschätzendes Miteinander stärkt und unterstützt. Dabei kommt den außerunterrichtlichen und außerschulischen Aktivitäten große Bedeutung zu: Eine lebendige Schulgemeinschaft, deren Mitglieder durch gemeinsames Handeln miteinander verbunden ist, beugt Respektlosigkeit und Gewalt sinnvoll vor und bietet einen unterstützenden Rahmen für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Die gleichen Wertmaßstäbe – Wertschätzung, Respekt, Gewaltfreiheit – gelten auch für das schuli­sche Kerngeschäft, den Unterricht und alles, was mit ihm zusammenhängt. Im Folgenden werden diejenigen Aspekte der Arbeit an unserer Schule genannt, die im ausdrücklichen Sinne als präven­tive Maßnahmen einzuordnen sind.

Gewaltprävention: Soziales Miteinander stärken

Lions Quest in Klasse 5; „Theater gegen Mobbing“ und Projekttage „Lions Quest“ in Klasse 6; Aktionen und Projekte zum Motto „Schule ohne Rassismus“

Medienerziehung

Ausbildung und Tätigkeit von Medienscouts an der Schule; das schulinterne Konzept zur Medienerziehung; dazu gehören auch Informations- und Diskussionsabende für Eltern im Bereich Medienerziehung in Zusammenarbeit mit der „Initiative Eltern und Medien“

Suchtprävention
Projekttage zur Suchtprävention: „WvSG stark gegen Sucht“

Seit dem Schuljahr 2014/15 finden in der Jahrgangsstufe 8 Projekttage zur Suchtprävention statt. Diese in der Regel drei Tage finden in der Zeugniswoche im Januar statt, meist von Montag bis Mitt­woch. Sie verfolgen zwei Intentionen: Aufklärung über Sucht und Suchtmittel im Allgemeinen sowie Stärkung der Resilienz der Schülerinnen und Schüler.

Zu diesem Zweck sind die Projettage dreiteilig aufgebaut: Am 1. und 2. Tag besuchen die Schülerin­nen und Schüler in der 1. / 2. Stunde einen Infoblock, der von auswärtigen Fachkräften durchgeführt wird. Darüber hinaus wählen die Schüler/innen einen von ca. 10 Workshops, in dem sie sich vertieft mit einem Thema auseinanderset­zen, bei dem Resilienzförderung im Vordergrund steht. Der dritte Projekttag schließt mit einer Präsentation, bei der die Schüler/-innen der Jahrgangsstufe ihren Mitschülern/-innen zeigen, was sie in den Workshops erarbeitet haben.

Weitere Projekte

Darüber hinaus gibt es Projekttage zur Suchtprävention und Verkehrssicherheit in Klasse 9 in Zusammenarbeit mit der Polizei und Projekte zur Suchtprävention in der Oberstufe.

Verkehrserziehung

Hierzu zählen das Projekt zur Verkehrserziehung in der Erprobungsstufe sowie das bereits genannte Projekt zur Suchtprävention und Verkehrssicherheit in Klasse 9. Beide finden in Zusammenarbeit mit der Polizei statt.

Intervenierende Arbeit

Beratung von einzelnen Schülern/-innen
  1. s. die Informationen unter „Angebote“ – „Beratung“, „Schulsozialarbeit“, „Schülercoaching
Beratung von Gruppen
Konflikte zwischen Schülern oder Schülergruppen

Bei Konflikten innerhalb einer Klasse oder zwischen  Klassen, insbesondere in Fällen von Mobbing oder Cybermobbing reicht es nicht, mit dem/-r Schüler/-in zu arbeiten, der/die von Mobbing betrof­fen ist. Stattdessen arbeiten wir in diesen Fällen mit der ganzen Klasse oder einer Untergruppe aus der Klasse.

In den unteren Jahrgänge – bis ungefähr zur Klasse 7 – kommt dabei in der Regel der „No Blame Approach“ zum Einsatz. In den oberen Jahrgängen findet eher eine „klassenbezogene Beratung“ statt. Primäres Ziel ist bei beiden Ansätzen nicht die Bestrafung des / der Täters/-in, sondern die Ver­änderung der problematischen Situation, d.h. zu erreichen, dass das Mobbing aufhört und die Schü­ler/-innen der jeweiligen Gruppe in Frieden miteinander leben.

Bei Fällen von Cybermobbing werden in der Regel die Medienscouts der Schule in den Beratungspro­zess einbezogen: Ältere Schülerinnen und Schüler beraten eigenständig die Klasse, in der Cybermob­bing problematisiert wird, als Peers unter Begleitung einer für die Medienscouts verantwortlichen Lehrkraft.

Noch neu an unserer Schule ist der Ansatz der „Streitschlichter“, bei dem Konflikte zwischen Schülern oder Schülerinnen mit Hilfe von speziell dafür ausgebildeten Streitschlichtern gelöst werden. Die Streitschlichter am Werner-von-Siemens-Gymnasium Gronau werden nach dem „Bensberger Modell“ ausgebildet.

Konflikte zwischen Schülern oder Schülergruppen und Lehrer/-innen

Auch bei Konflikten zwischen Lehrern/-innen und Schülergruppen zielt das Beratungsangebot primär auf eine Veränderung der Problemsituation. Die Grundstruktur entspricht der der klassenbezogenen Beratung; der Beratungslehrkraft kommt ver­stärkt die Rolle eines Moderators / einer Moderatorin zu, die dafür einsteht, dass beide Seiten ihre Sicht der Dinge darstellen können und Gehör finden und dass beide Seiten konstruktiv an einer Lö­sung des Konfliktes arbeiten.

Reflektierende Arbeit

Das Beratungsteam setzt sich in regelmäßigen Abständen und je nach Bedarf mehrfach im Schul­jahr zusammen, um den Arbeitsprozess und die Zusammenarbeit innerhalb des Beratungsteams zu reflektieren. Außerdem findet Reflexion der Arbeit mit Hilfe der schulpsychologischen Beratungsstelle des Kreises Borken statt. Hier werden regelmäßige Arbeitstreffen der Beratungslehrer/-innen des Kreises angeboten und bei akutem Gesprächsbedarf steht immer ein/-e Ansprechpartner/-in der Beratungsstelle für ein Gespräch zur Verfügung.