Praktische Philosophie in der Sekundarstufe I Drucken E-Mail

Praktische Philosophie in der Sekundarstufe I

Das Fach Praktische Philosophie wird momentan am WvSG in den Klassen 8 und 9 angeboten und ist verpflichtend für Schüler/Innen, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, sei es, weil sie eine andere Religion haben oder aber aus Gewissensgründen das Fach Religion nicht mehr belegen wollen.

In der Oberstufe wird als Alternative zu Religion das Fach Philosophie unterrichtet, das jedoch keinesfalls als bloße Weiterführung des Faches Praktische Philosophie zu verstehen ist. Sowohl inhaltlich als auch methodisch unterscheiden sich beide Fächer grundlegend, da die Oberstufenphilosophie ein viel breiteres Themenspektrum umfasst und methodisch die genaue Analyse und Diskussion von Originaltexten aus der Philosophiegeschichte ins Zentrum rückt.

Hauptanliegen des Faches Praktische Philosophie ist es, zu zeigen, dass religiös begründete Normen und Werte nicht die einzigen Möglichkeiten sind, dem eigenen Leben einen Sinn zu geben und sich in der heutigen Welt zu orientieren. Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung von Fachwissen, sondern auch um die Förderung der personalen und sozialen Kompetenz der Schülerinnen und Schüler, die in die Lage versetzt werden sollen, die hier erworbenen Kompetenzen für die persönliche Lebensgestaltung, den weiteren Bildungsweg und ihr berufliches Leben zu nutzen.

Die Inhalte des Faches konzentrieren sich auf sieben Fragenkreise, denen die jeweils in den verschiedenen Jahrgangsstufen behandelten Themen zugeordnet sind.

Fragekreis 1: Die Frage nach dem Selbst

Fragekreis 2: Die Frage nach dem Anderen

Fragekreis 3: Die Frage nach dem guten Handeln

Fragekreis 4: Die Frage nach Recht, Staat und Wirtschaft

Fragekreis 5: Die Frage nach Natur, Kultur, Technik

Fragekreis 6: Die Frage nach Wahrheit, Wirklichkeit und Medien

Fragekreis 7: Die Frage nach Ursprung, Zukunft und Sinn

Ausgehend von Alltagserfahrungen und Lebenssituationen von Schülerinnen und Schülern werden Problemfragen aufgeworfen, die dann aus der gesellschaftlichen Perspektive (Welche gesellschaftlichen Wertvorstellungen liegen zugrunde?) und der ideengeschichtlichen Perspektive (Fragen und Antworten zum Thema aus der Ideengeschichte von Philosophie, den Weltreligionen, Psychologie und Soziologie) genauer untersucht werden.

Gearbeitet wird mit einer Vielzahl unterschiedlicher Medien (Filme, Bilder, Karikaturen, Songs, Internet), schwerpunktmäßig aber mit unterschiedlichen Texten (Sachtexte, Erzählungen, Märchen, Romanauszüge, Gedichte). Kreative Arbeitsweisen (Collagen, Rollenspiele, Skizzen, Produktion eigener Texte, Interviews, Kurzreferate) wechseln sich mit eher analytischen Methoden ab (Texte und andere Medien erschließen, Begriffe erklären, argumentieren und Kritik üben).

 

Wer Lust bekommen hat,

sich mit seinen eigenen oder auch ganz neuen Lebensfragen philosophisch auseinanderzusetzen

und die Bereitschaft mitbringt,

anderen zuzuhören, die Meinung anderer nachzuvollziehen und zu durchdenken,

bringt alles mit, was einen praktischen Philosophen ausmachen sollte!