Per(c)due am WvSG Drucken E-Mail

Die schlechte Nachricht vorweg: Nur rund 50 Zuhörer fanden sich am Samstagabend in der Aula des Werner-von-Siemens-Gymnasiums ein, um „per(c)due" zu hören.

Die gute Nachricht ist, dass Frank Assmann und Thomas Welsch dessen ungeachtet ein so exklusives wie exquisites Programm boten, dass man allen, die dort waren, gratulieren sollte.

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(Bildtext: Trommeln, Schlagen, Klopfen, Klatschen: Frank Assmann (li.) und Thomas Welsch präsentierten die gesamte Bandbreite percussiver Instrumente und Musik, um Geld für die Fachschaft Musik einzuspielen. Foto: Christiane Nische)


Als Schlagzeuger sei man es gewohnt, dass die Publikumsresonanz nicht so groß sei, meinte Welsch im Gespräch mit den WN. Welsch hatte das Konzert organisiert, um mit den Einnahmen die Kasse der Musikfachschaft am Gymnasium aufzubessern. „Nach dem Mensa-Umbau mussten wir unsere angestammten Räume aufgeben und sind jetzt über das gesamte Gebäude verteilt. Wir müssen uns komplett neu einrichten", erklärte er. Da kommen die rund 370 Euro, die die Konzertgäste am Samstagabend in die Trommel warfen, ebenso recht wie die Instrumentenspenden, die spontan bei Konzertende angeboten wurden.

Das Kollegium dürfte froh und dankbar sein, dass es mit Welsch, der seit Sommer 2011 als so genannter „Quereinsteiger" Musiklehrer am Gymnasium ist, nicht nur einen hervorragenden Musiker in seinen Reihen hat, sondern auch einen engagierten Motivator und Organisator. So konnte er seinen Freund Assmann, mit dem er bereits seit mehr als 12 Jahren immer wieder auftritt, dazu bewegen, mitzumachen und auch das aufwendige Instrumentarium organisieren, mit dem die beiden die Vielseitigkeit und erstaunliche Melodiösität der Percussion unter Beweis stellen konnten.

Bach, zum Beispiel: Die 2. Cello-Suite in d-moll auf dem Marimbaphon, virtuos von Frank Assmann als Solist dargeboten. Oder das schon beinahe avantgardistische „Side by Side" des japanischen Komponisten Michio Kitazume, das Welsch in einem Solo Set-up spielte. Natürlich aber auch Eingängiges wie „African Blues" des deutschen Komponisten Wolfgang Roggenkamp und Jazziges wie „Carousel" als Duett mit Vibraphon und Marimbaphon - die beiden letzteren Freunden des Fusion Jazz durchaus bekannt.

Dabei ist dem wahren Percussionisten der eigene Körper oft schon Instrument genug. „Clapping Music" heißt das Stück des Komponisten Steve Reich, bei dem der Titel Programm ist: Nur mit den Händen klatschen die Musiker im Duett ein Stück, bei dem die Verschiebung von Rhythmusgruppen aufhorchen lässt.

Wie das funktioniert, hatten Assmann und Welsch zuvor gemeinsam mit ihrem Publikum durchexerziert, indem sie die Gäste in zwei Gruppen zum in Fußballstadien gern gehörten, typischen Anfeuerungsklatschen animierten - in einer Gruppe künstlich verlängert durch zusätzliches Stampfen mit dem Fuß.

„Wir sind hier ja in einer Schule, und da soll man immer auch etwas lernen", erklärte Welsch später. Wohl dem, der solche Lehrer hat.

Am Samstag (4. Juli) veranstaltet die Fachschaft Musik ein großes Sommerkonzert.

(Quelle: Wn Gronau, Christiane Nitsche)