Schülertheater - Eine göttliche Komödie Drucken E-Mail

So ein Gott hat's auch nicht leicht. Besonders, wenn man zu den Dienstältesten gehört: „Von uns wird nur noch im Geschichts- oder Lateinunterricht gesprochen", klagt Gottvater Zeus. Langeweile macht sich breit. Da werden auch die Kebbeleien in der Götterfamilie immer spitzer.

Mit der Komödie „Wenn Götter eine Reise machen" von Samira Rippegather brachte die Theater-AG am Werner-von-Siemens-Gymnasium ein launiges Debut auf die Bühne der Gymnasiumaula. Unter der Leitung von Brigitte Hansen und Mira Oonk hatten die Fünft- und Sechstklässler ein echtes Mammutprojekt auf ihre noch schmalen Schultern gehoben. Mit bemerkenswertem Ergebnis: Der Funke sprang über, immer wieder gab es Szenenapplaus.

120926_-_ag

[Wenn Götter reisen, dann lacht das Publikum: Am Ende bezwingt Zeus (Ömer Gürbüz, M., mit der roten Robe) seinen ewigen Kontrahenten, Hades (Manggorn Schwibbe), angefeuert von Göttern und Menschen auf und vor der Bühne. Foto: Christiane Nitsche]

 

 

Besonders Ömer Gürbüz als Zeus überzeugte, weil er ungeachtet seiner kleinen Statur den Saal stimmgewaltig füllte - bei einer wohlgemerkt ausgesprochen textlastigen Rolle. Auch Fabienne Kühlkamp als Hermes auf Diät hatte die Lacher auf ihrer Seite. So ein Skateboard ist als Transportgerät für Götterboten vielleicht auch wirklich nicht die ideale Lösung. Zeus hält es nicht länger auf seinem Götterthron. Er packt den Koffer und begibt sich als Kopf einer himmlisch-komischen Reisegruppe auf Stippvisite zur Erde. So landet die Götterfamilie nicht nur in einem Hotel, sondern auch mitten in einem von Hades angefachten Bandenkrieg. Der Gott der Unterwelt hat nur ein Ziel: Die Welt und anschließend den Olymp erobern.

Umweltprobleme, übermäßiger Fernsehkonsum, Geldgeilheit - in einem Aufwasch thematisiert das Stück die großen Probleme der Welt, symbolisiert in der Personifizierung des Bösen, Hades (extrem cool: Manggorn Schwibbe). Wie gut, dass am Ende doch auf die Götter Verlass ist. Auch wenn sich Aphrodite (zauberhaft kapriziös: Viktoria Andreev) zunächst von Hades und seiner treuen, einfältigen Gespielin Blondi (überzeugend dargestellt von Hannah Bügener) blenden lässt.

Fazit: Ein rundum gelungener Spaß, bei dem die Einzelleistungen kaum hoch genug gewürdigt werden können.

(Quelle WN Gronau, 25.09.2012)