Deutschland + Frankreich = d’accord Drucken E-Mail

Eigentlich sollte es erst bei „Frère Jacques" interaktiv werden. Im Kanon würden Franzosen und Deutsche auf und vor der Bühne gemeinsam singen – so der Plan. Doch das Publikum in der Aula des Werner-von-Siemens-Gymnasiums ließ sich bereits vorher von der Begeisterung mitreißen, die den gesamten Abend prägte.

Es ging nicht ohne Zugabe und mit lautstarker Unterstützung aus dem Auditorium: „Aux Champs-Élysées", dargebracht vom Chor der Gronauer Französisch-Lehrerinnen und der Gäste, die sich aktuell vom Partner-Collège St. Joseph aus Fontenay-le-Comte in Gronau befinden.

Feier-im-Gymnasium-Deutschland-Frankreich-d-accord image 630 420f wn

(Bildtext: Fühlt sich gut an: Mit viel Musik, szenischem Spiel und farbenfrohen Ideen zelebrierten die Schüler die langjährige deutsch-französische Freundschaft. Ministerin Angelica Schwall-Düren (kl. Foto) freute das sichtlich. Foto: Christiane Nitsche) 

 

„D'accord" hieß die Vokabel des Abends. Einverstanden. Einverstanden waren nicht nur die Gäste mit dem bunten Programm, das ihnen von den beteiligten Klassen geboten wurde. Besonders einverstanden zeigte sich auch die NRW-Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, Angelica Schwall-Düren, mit dem Engagement von Eltern, Kolleginnen und Kollegen ihrer alten Wirkungsstätte. Die Ministerin, die selbst am Werner-von-Siemens-Gymnasium Französisch unterrichtete, erinnerte an den Élysée-Vertrag vom Januar 1963, der dazu beigetragen habe, „dass Europa als ein einiger Raum geschaffen wurde". Sie erzählte, wie sie selbst beim ersten Jahrgang dabei war, der im Rahmen des deutsch-französischen Jugendwerks am Schüler-Austauschprogramm teilnahm. „Ganz prägend und entscheidend für mein Leben – auch für mein politisches Engagement", sei diese Erfahrung gewesen. Sie habe sie immer als Geschenk empfunden. Sie lud ein, es ihr gleichzutun. „Ich bin sicher, dass dieser Austausch ein wesentliches Element dafür ist, dass berufliche Chancen steigen", erklärte sie. „Europa ist auch der Ort, wo sich berufliche Werdegänge abspielen."

Neben der Ministerin waren der stellvertretende Landrat Karlheinz Busen, Bürgermeisterin Sonja Jürgens und Vertreter des Kreises gekommen. Jürgens hob ab auf die friedensstiftende Rolle der deutsch-französischen Freundschaft: „Aus Ländern, die einst Erzfeinde waren, wurden Freunde, die gemeinsam Lösungen für Probleme finden."

Schulleiter Helmut Seifen dankte den Kollegen der Fridtjof-Nansen-Realschule, wo der Gronauer Schüleraustausch 1991 seine Anfänge genommen hatte. Er sei „sehr, sehr dankbar", dass man das Gymnasium ins Boot geholt habe.

Sylvie Boursier, die als Deutsch-Lehrerin ihre Schüler nach Gronau begleitet hat, lud alle Anwesenden ein, Frankreich zu besuchen – frei nach Goethe, der gesagt habe: „Wir sollten zu den Menschen gehen." Sie rief die Geschichte der Partnerschaft zwischen Gronauer Schulen und Fontenay-le-Comte in Erinnerung: „Beinahe 1000 Schüler haben seither Grenzen überschritten" – so ihre Bilanz. „Wir sollten uns als konkretes Beispiel für die deutsch-französische Freundschaft fühlen", sagte sie. „Und wir sollten uns gut dabei fühlen."

Quelle: WN Gronau, 15.04.2013