Projekttag am Gymnasium - Niemand will alleine sein Drucken E-Mail

Die Sechstklässler des Werner-von-Siemens-Gymnasiums setzten sich am Montag mittels theaterpädagogischen Methoden mit dem Thema Mobbing auseinander.

Ein Mädchen möchte einfach seiner Wege gehen. Doch zwei Mitschülerinnen stellen sich ihm in den Weg. Wenn sie vorbei wolle, müsse sie „bitte, bitte" sagen. Die Drangsalierte tut wie gefordert, geht eingeschüchtert weiter. Doch da mischen sich andere Schülerinnen ein und stellen die „Zicken" zur Rede. Sie machen ihnen klar, dass sie solche Aktionen nicht gutheißen. Die Mädchen der Klasse 6c des Werner-von-Siemens-Gymnasiums spielten diese Szene, ihr Beitrag zu einem Projekttag rund um das Thema Mobbing. Den führte ein Team vom Arbeitskreis soziale Bildung und Beratung (asb) an der Schule durch. Der Titel der Maßnahme: „Spotlight – Theater gegen Mobbing".

 
130618 - Projekttag
(Bildtext: Die Mädchen aus der Klasse 6c spielen eine Szene, in der es um Mobbing und mögliche Gegenmaßnahmen geht. Foto: Frank Zimmermann)
 
Die Sechstklässler des Gymnasiums setzten sich dabei am Montag mittels theaterpädagogischen Methoden mit dem Thema auseinander. Mal im Plenum, mal in der Klasse und mal nach Jungen und Mädchen getrennt, klärten sie, was Mobbing eigentlich ist, wie es damit in ihrer Klasse oder ihrer Clique aussieht und was sie selbst – jeder Einzelne – tun können, um dem Phänomen vorzubeugen. Teil des Konzepts ist, dass die Schüler nicht belehrt werden, sondern als Experten in die Problemanalyse und auch die Erarbeitung von Lösungsvorschlägen eingebunden werden.

Gerahmt war der Tag von zwei kurzen Szenen, die die Profis von „Spotlight" auf die Bühne der Aula brachten. Dabei wuchs der Druck auf Mobbing-Opfer „Nadine" in der Schlussszene so stark, dass ihre Verzweiflung sie in einen Suizid(-versuch) trieb. Gegen die dramatische Botschaft des Gespielten hatten die Profis aber auch eine positive Botschaft: „Ihr seid alle ganz verschieden, aber ihr habt auch alle eine Gemeinsamkeit: Niemand von euch möchte alleine sein. Und alleine sind am Ende nur die Mobbing-Opfer – und das tut ganz schön weh. Aber die Mobber sind nur wenige und ihr seid ganz viele, die dagegenhalten können."

Am Gronauer Gymnasium wurde das „Spotlight"-Team mit offenen Armen empfangen. Schulleiter Helmut Seifen unterstützte die Botschaft der „Teamer" vor den Sechstklässlern. Außerdem haben Susanne Blöbaum und Klaus Overesch bereits eine Fortbildung beim asb absolviert und fungieren an der Schule als „Mobbingbeauftragte". Beim Projekttag betreuten sie eine der Klassen und entlasteten so das „Spotlight"-Team. „Das finden wir natürlich gut, und das ist längst nicht in allen Schulen so", sagte Annette Michels vom asb.

Nicht nur als Geldgeber, sondern auch als interessierte Zaungäste involviert waren der Förderverein der Schule, vertreten durch die Vorsitzende Larissa Zierer-Hofste, und die Volksbank Gronau-Ahaus, vertreten durch Stefan Homölle.

(Quelle: WN Gronau, 18.06.2013)