Physik erleben – Schule einmal anders am Gymnasium Drucken E-Mail

Brückenbau, Kugelbahn und Eierflug

Es ist Freitagabend. Schülerinnen und Schüler des Grundkurses Physik der Jahrgangsstufe Q1 des Werner-von-Siemens-Gymnasiums treffen sich, um mit ihrer Lehrerin Heike Demming einen Abend lang Physik-Unterricht einmal anders zu erleben.

Erste Herausforderung: ein Labyrinth durchqueren. Dieses ist mit Wäscheleine und Klebeband auf dem Fußboden aufgeklebt. Der Weg soll mit verbundenen Augen erkundet werden – eine Übung, bei der es um Wahrnehmung geht, aber auch um Vorsicht und Rücksichtnahme, Vertrauen und Teamfähigkeit.

130710 - Physik

(Bildtext: Als Brückenbaumeister nach Leonardo da Vincis Plänen betätigen sich Schüler des Grundkurses Physik der Stufe Q1.)

Anschließend stehen kleinere Experimente auf dem Programm: Ein einfacher Elektromotor soll gebaut werden – lediglich Batterie, Schraube, Magnet und Kabel stehen zur Verfügung. Eine weitere Aufgabe besteht darin, mit Hilfe eines Topfbodens, einer Papierschiene und eines Magneten die Wirkung von elektrischen und magnetischen Wirbelströmen zu beobachten.

Dann der Eierflug: Die Schüler sollen ein rohes Ei mit Hilfe ihrer mitgebrachten Materialien so verpacken, dass es einen Sturz aus sechs Metern Höhe übersteht – eine verantwortungsvolle Aufgabe, wenn man das Ei durch den Kopf eines Menschen ersetzt. Bei einem Sturz bedeutet ein noch so kleiner Haarriss Lebensgefahr.

Bau einer Brücke nach Leonardo da Vinci: Diese Brückenkonstruktion besteht lediglich aus langen Hölzern, die ineinander verkantet werden. Zunächst wird im Kleinen mit langen Streichhölzern gebaut, später auf dem Schulhof mit Dachlatten. Diese trägt zur Überraschung aller sogar einen Schüler.

Kugelbahn: Am besten kommt die Kugelbahn bei den Schülern an. Zwei Teams treten gegeneinander an. Die längste gerade Strecke in der Schule wird gesucht: Ein Vergleich zum Aquädukt: Die faszinierendsten Kon­struktionen wurden von den Römern gebaut. Beide Teams zeigten eine bemerkenswerte Leistung. Die Kugel des Siegerteams konnte schließlich durch lautstarkes und engagiertes „Anfeuern" die 17 Meter-Marke überschreiten, was zu großem Jubel im Team führte.

„Spannende und interessante Lernmethoden und Lernorte kontra Unterricht als bloßes ,Stoffdurchziehen', bei dem das Gehörte oft sofort wieder vergessen wird", so resümieren die Schülerinnen und Schüler in einer abschließenden Feedback-Runde, sollten auch in anderen Jahrgangsstufen in Form von Erlebnisabenden durchgeführt werden.

Quelle: WN Gronau, 09.07.2013