Schüleraustausch, Programme Voltaire: "Qui ne risque rien n´a rien" Drucken E-Mail

„6 Monate ist eine ziemlich lange Zeit", pflegen die meisten Leute zu sagen, mit denen man sich über das Thema des einjährigen deutsch-französischen Austausches unter der Leitung des Voltaire Programms unterhält.
Am Anfang eines Austausches stellt man sich viele Fragen und man hat vielleicht auch Angst, aber wenn man dann seinen Austauschpartner kennenlernt, dann verfliegt oft schnell die Furcht. Denn in dieser Organisation werden die von den Bewerbern ausgefüllten Fragebögen aus Deutschland denen aus Frankreich zugeordnet. Das bedeutet häufig, dass man viele Interessen mit seinem Austauschpartner teilt, der nach einer längeren Zeit des Zusammenlebens zum Teil der Familie wird.
In den ersten sechs Monaten hat mein Austauschpartner Océan bei mir gewohnt. Was wichtig für einen Austausch ist, ist natürlich kulturelle Bereicherung. Die kann durch viele Dinge erreicht werden. Dazu gehören selbstverständlich kleine Ausflüge, Museumsbesuche und das Besuchen von Restaurants, in denen typisch deutsches Essen angeboten wird. Natürlich sollte man seinen Austauschpartner aber erst dazu bringen, dass er sich wohl in seiner Gastfamilie mit der deutschen Sprache fühlt. Es ist selbstverständlich, dass man eine Eingewöhnungsphase braucht.
Als ich anschließend zusammen mit Océan nach Frankreich gereist bin, musste ich feststellen, dass mein Französisch zwar nicht schlecht war, aber ich noch etwas überfordert mit der Gesamtsituation war. Ein fremdes Land weit weg von Familie und Freunden. Das kann in den ersten Tagen schon frustrierend sein und man bekommt sicherlich Heimweh. Ich kann allerdings sicher sagen, dass dieses Heimweh schnell verfliegt, wenn man neue Freunde findet und Zeit mit der Familie verbringt.
Gewöhnungsbedürftig und wahrscheinlich die wichtigsten Aspekte, wenn man nach Frankreich geht, sind die Schule und das Essen. Beides ist sehr unterschiedlich von dem, was man aus Deutschland kennt. Leider muss ich sagen, dass die Schule schon sehr anstrengend war, vor allen Dingen in den ersten Wochen. Doch man gewöhnt sich an die langen Schultage, das viele und häufige Essen und an die französische Sprache.
Alles in allem kann ich jeden, der sich für eine Fremdsprache oder verschiedene Kulturen interessiert dazu ermutigen, ein Auslandsjahr in Erwägung zu ziehen. Man findet Freunde, Familie und wird sehr viel selbstständiger.
Jamy Lee Marie Borninkhof, EF