Lou geht nach Finnland im nächsten Schuljahr Drucken E-Mail

Ein Auslandsjahr in Finnland. Da gucken alle erstaunt. „Finnland? Kannst du überhaupt finnisch?" „Da ist es doch nur kalt." „Wohnt da überhaupt jemand?" Und jedes Mal leiere ich erneut die gleichen Sätze herunter, diese haben sich mittlerweile schon zu einer Geschichte entwickelt, beginnend mit dem Satz „Das ist eine längere Geschichte..", eben diese Geschichte könnte ich jetzt hier erzählen, es ist eine gute, kein Zweifel, aber diesmal beginne ich anders.
Es ist trotzdem eine längere Geschichte. Was ein Auslandsjahr ist, ist vermutlich bekannt, man geht für 10 Monate in ein fremdes Land, in eine fremde Kultur, man geht dort zur Schule und lebt in einer Gastfamilie. Diese wird einem durch eine Organisation zugeteilt. Aber dazu gehört natürlich noch einiges mehr als das. Zunächst muss man sich bewerben, angenommen werden, einen Länderpräferenzbogen ausfüllen, jede Menge Briefe öffnen und eine Menge Geduld haben. Ich persönlich plane mein Auslandsjahr seit ungefähr zwei Jahren, konkret seit circa einem Jahr. Es steckt also viel mehr dahinter als die letzten paar Monate bevor dem Abflug. Bei diesen Prozeduren muss man eine Menge Dinge beachten und manche Texte ungefähr fünf mal schreiben. Und doch lohnt es sich: Es gab in der ganzen Planung keinen nervöseren Moment für mich als den, in dem ich nach Hause kam und ein Brief von AFS (meine Organisation) im Briefkasten lag, der mir sagen würde, in welches Land ich reisen werde (Finnland hatte zu dem Zeitpunkt eigentlich nur noch Wartelistenplätze) und keinen schöneren Moment als den, in dem ich den Brief öffnete und das Wort Finnland las. Das war der Moment, in dem ich wusste, es hatte sich gelohnt, die ganze Planung, der Stress und das viele, wirklich viele, Texte schreiben.
Ich empfehle jedem, der an anderen Kulturen interessiert ist, auf ein Auslandsjahr zu gehen, auch wenn ich noch hier bin. Ich habe allein durch die Vorbereitungsphase viele Menschen kennengelernt und schöne Zeiten gehabt, die sich jetzt schon gelohnt haben. Dazu muss ich auch sagen, dass meine Organisation eine sehr tolle und gute ist, ich bin froh, mich dort beworben zu haben.
Ich zähle jetzt schon die Tage bis zum Abflug und warte darauf, dass mir eine Gastfamilie zugeteilt wird, denn dann werde ich wissen, wo in Finnland ich leben werde, auf welche Schule ich gehe und natürlich, bei wem ich diese 10 Monate verbringen werde.
Lou Eckel, EF