Ein Austauschjahr in den USA Drucken E-Mail

Es fing alles im Frühjahr 2014 damit an, dass ich mich für eine Sprachreise nach England interessierte. Ich recherchierte im Internet und stieß dabei auf einige Auslandsblogs, wo Austauschschüler über ihre Erfahrungen während ihres Austauschjahres in den USA, England, Australien oder anderen Ländern berichteten. Während ich diese las, kam mir die Idee, dass ich doch selbst auch ein Austauschjahr machen könnte. Also begann ich mich darüber zu informieren und je länger ich dies tat, desto überzeugter war ich für ein Jahr ins Ausland gehen zu wollen, da ich es schon immer liebte zu reisen und andere Kulturen kennen zu lernen.
Irgendwann erzählte ich dann meinen Eltern von meinem Wunsch, die anfangs nicht ganz überzeugt davon waren; zum einen, weil ich noch so jung bin und zum anderen, weil die Finanzierung eines Austauschjahres nicht einfach ist. Dennoch wollten sie mich unterstützen, also gingen wir im Januar 2015 nach Düsseldorf auf die JuBi-Messe, eine Austauschmesse, die in mehreren Städten Deutschlands stattfindet, um uns von ehemaligen Austauschschülern und Organisationen beraten zu lassen, wie ich meinen Traum von einem Auslandsjahr verwirklichen kann.
Dort erfuhr ich dann von dem Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP). Das PPP ist ein Vollstipendium, das von dem Deutschen Bundestag und dem U.S.-Kongress vergeben wird. Es wurde 1983 ins Leben gerufen, um den kulturellen Austausch sowie die Freundschaft zwischen Deutschland und den USA zu verbessern. Somit werden jährlich etwa 350 Schüler und Auszubildende aus Deutschland für 10 Monate in die USA und genauso viele Schüler aus den USA nach Deutschland geschickt, damit diese die Möglichkeit haben die Kultur des Gastlandes hautnah zu erleben und selbst ihre eigene Kultur an die Gastfamilie weiterzugeben. Jedem der 299 Wahlkreise in Deutschland wird ein Stipendium zur Verfügung gestellt und der Bundestagsabgeordnete aus dem jeweiligen Wahlkreis entscheidet am Ende, welcher Kandidat das PPP bekommt. Bei der Auswahl geht es nicht hauptsächlich um gute Schulnoten, es wird eher auf politisches/soziales Engagement und eine gute Persönlichkeit geachtet.
Also versuchte ich mein Glück und bewarb mich im Juli 2015 als Kandidatin. Dazu musste ich mehrere Seiten über mich selbst und meine Motivation ins Ausland zu gehen schreiben und verschiedene Fragen beantworten. Im November bekam ich dann Bescheid, dass ich in die engere Auswahl gekommen bin und wurde zu einem Auswahlgespräch in Münster eingeladen. Dort waren wir in einer Gruppe mit 4 Leuten, die alle aus meinem Wahlkreis kamen und bekamen politische und geschichtliche Fragen gestellt und mussten Präsentationen über ein uns zugeteiltes Thema halten. Später bei den Einzelinterviews wurde auf unsere Bewerbungen eingegangen und wir mussten noch einmal über unsere Motivation sprechen und Fragen auf Englisch beantworten.
Nach dem Auswahlgespräch musste ich etwa bis Januar 2016 warten, bis mir gesagt wurde, dass ich unter den letzten 3 Kandidaten war und unser Bundestagsabgeordnete Jens Spahn sich zwischen uns entscheiden müsste. Am 3. Februar wurde ich dann von meiner Organisation Partnership International angerufen, die mir mitteilte, dass ich die Stipendiatin bin!