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Reinigung der Stolpersteine

Am 26. Oktober machte sich die Klasse 9a des Werner-von-Siemens-Gymnasiums auf den Weg in die Gronauer Morgenstern-Siedlung, um dort die sog. Stolpersteine von Jenni Kokkeling, Grete Kusber, dem Ehepaar Domke sowie dem Ehepaar Fischer zu reinigen. In Begleitung ihrer Geschichtslehrerin Frau Janssen sowie des Lehramtsanwärters Herrn Witland machten sich die Schüler und Schülerinnen sehr motiviert daran, die Steine vom Straßenschmutz zu befreien und sie wieder zum Glänzen zu bringen.

 Sie konnten am Ende zufrieden sein: Aufmerksame Spaziergänger und -gängerinnen können nun wieder mit dem Auge über die kleinen Messingplatten „stolpern“, so wie es der Künstler Gunter Demnig für sein „Kunstprojekt für Europa“ auch beabsichtigt. Seit 1996 hat der gebürtige Berliner mit der Verlegung dieser Stolpersteine vor den ehemaligen Wohnhäusern von Verfolgten des nationalsozialistischen Regimes das größte dezentrale Mahnmal geschaffen. Den Schülern und Schülerinnen war es wichtig, hierzu ihren Beitrag zu leisten.

Herr Rudolf Nacke vom Verein Alte Synagoge Epe stieß zu der Gruppe und bereicherte den Gang durch manche wichtige biographische Information zu den ehemaligen Gronauer Bürgern und Bürgerinnen, insbesondere zum Leidensweg Grete Kusbers.

 

Auch die Klasse 8b unserer Schule beteiligte sich an dem Projekt. Schülerinnen der Klasse berichten:

Wir, die Klasse 8b vom Werner-von-Siemens-Gymnasium Gronau, machten uns am 31.10.2022 auf den Weg in die Morgensternsiedlung, um dort die Stolpersteine zu reinigen. Aber was sind denn überhaupt Stolpersteine und wie kamen sie zu ihrem Namen? Stolpersteine sind kleine Gedenktafeln aus Beton, die mit Messing überzogen und im Boden eingesetzt werden. Anschließend werden die Namen von Juden in die Messingschicht eingestanzt, die während der Nazizeit verfolgt und in den Konzentrationslagern ermordet wurden. Auch an  andere Menschen, die Widerstand gegen die Nationalsozialisten geleistet haben und deswegen verfolgt wurden, wird mit den Stolpersteinen erinnert, so auch an die mutigen Sozialdemokraten und Mitglieder der KPD, von denen einige in der Textilarbeitersiedlung Morgenstern lebten. 

„Warum heißen die Steine wohl Stolpersteine?“, fragte uns Herr Rudi Nacke vom Verein „Alte Synagoge Epe“, der uns an diesem Morgen begleitete und informierte. Der Name ist eine Metapher. Gemeint ist damit, dass man nicht nur bei dem Gang durch unsere Städte über die Steine stolpert, sondern dass man auch im Kopf darüber stolpert und sich fragt: ,,Was soll das Ganze denn eigentlich?‘‘ und so über das Schicksal der Opfer der Nationalsozialisten nachdenkt und sich auch fragt, wo wir auch heute mutig gegen rechtsradikale Ideen die Stimme erheben können.

Wir hatten die Ehre, vier Stolpersteine zum Gedenken an Menschen, die Widerstand gegen die Nazis leisteten, während einer informativen und lehrreichen Führung von Herrn Nacke zu reinigen. Eine Geschichte, die uns sehr berührt hat, war die Geschichte von Grete Kusber. Grete sollte gezwungen werden, Geständnisse für Taten abzuliefern, die sie gar nicht begangen hatte. Doch sie blieb stark und unterschrieb keines der unechten Geständnisse, zu denen sie sogar von einem als Pfarrer verkleideten Staatsanwalt gezwungen werden sollte. Herr Nacke, der Grete Kusber persönlich kannte, erklärte uns, dass  sie durch diese schockierenden Erfahrungen so traumatisiert war, dass es ihr ihr ganzes Leben kaum möglich war, Dokumente zu unterschreiben. Das und viel mehr lernten wir während der tollen Führung von Herrn Nacke, bei dem wir uns erneut bedanken möchten und bei unserer Geschichtslehrerin Frau Nolte, die diese Aktion für uns organisiert und begleitet hat. 

Im Geschichtsunterricht der Jahrgangsstufe 8 lernten wir, dass die Verfolgung und Ausgrenzung von Juden schon eine lange Geschichte hat und es zwischen den drei großen monotheistischen Religion einen wechselhafte Geschichte von Zeiten friedlicher Koexistenz und gegenseitigem Lernen und Austausch gab, aber auch von Krieg und Aggression im Namen des Glaubens wie zu Zeiten der Kreuzzüge. Hierbei stellten und diskutierten wir die Frage: „Darf und kann ein Krieg aus religiösen Gründen überhaupt gerecht sein bzw. gerechtfertigt werden?“ 

Lucy, Anna, Lili, Lena und Eugenia (8b)