Integration

Die „Internationale Klasse“ am Werner-von-Siemens-Gymnasium Gronau

Die Internationale Klasse (IK) gibt es an unserer Schule seit April 2016. Seitdem leistet das Werner-von-Siemens-Gymnasium seinen Beitrag zur sprachlichen und sozialen Integration von Jugendlichen ohne deutsche Sprachkenntnisse für Gronau und Epe.

In den ersten Jahren sind überwiegend geflüchtete Schülerinnen und Schüler an unsere Schule gekommen. Sie kamen damals aus Syrien (50%), Afghanistan, Pakistan, Irak, Iran und Nigeria. Aber auch aus Albanien, dem Kosovo, Italien, Kroatien, Polen, Rumänien, Bulgarien, Palästina, Griechenland, der Türkei, Moldawien und den Niederlanden. Seit dem Jahr 2019 überwiegt die Zahl derjenigen, die aus EU-Staaten zu uns kommen.

Sie wohnen in Gronau oder Epe, unterliegen alle der Schulpflicht, sind zwischen 10 und 16 Jahren alt und werden von uns zwei Jahre lang in Deutsch als Zielsprache (DaZ) unterrichtet. Alle Schülerinnen und Schüler werden in Regelklassen (Klassen 5 bis 9) integriert. Sie nehmen also am Regelunterricht einer Klasse der Sekundarstufe I teil und erhalten zusätzlich DaZ-Unterricht. Ebenfalls bekommen sie auch noch einen speziell an ihre Bedürfnisse angepassten Mathematik-Förderunterricht (MaZ). 

Der DaZ-Unterricht findet in einem eigenen Raum statt. Der Unterricht wird in bis zu drei Sprachniveaugruppen erteilt: A1, A2 und B1. In diesen Stunden befinden sich die Schülerinnen und Schüler nicht im Fachunterricht. Die Gesamtzahl der SuS bewegt sich zwischen 20 und 25. 

Generell gilt: Die Schülerinnen und Schüler erhalten in den zwei Jahren ihrer Erstförderung keine Noten, keine Ziffernzeugnisse und auch keine Versetzung, da sie in diesem Zeitraum offiziell nicht dem Bildungsgang des Gymnasiums zugeordnet sind. Sie erhalten aber Leistungsbeurteilungen und eine Einordnung in ein Sprachniveau gemäß dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER). Es ist auch möglich, ihnen in den Fächern Noten zu geben, in denen sie, entsprechend den deutschen Mitschülern, regulär und auf demselben Niveau, mitarbeiten können. Nach Ablauf der zwei Jahre Erstförderung entscheidet die jeweilige Zeugniskonferenz der Klasse, ob sie an unserer Schule verbleiben können (offizielle Zuordnung zum Bildungsgang des Gymnasiums), oder unsere Schule verlassen und zu einer anderen Schulform übergehen müssen (Realschule, Gesamtschule oder Berufskolleg). 

Wir erleben die Schülerinnen und Schüler als Bereicherung und Herausforderung für unsere Schule, die ohnehin schon eine multikulturelle Schule ist. Es ist etwas Besonderes, an einem Gymnasium eine Schülerschaft zu haben, die nicht in erster Linie aufgrund vorher erbrachter Leistungen zu uns kommt. Die meisten von ihnen können überhaupt kein Deutsch, einige müssen erst noch unser Alphabet lernen, manche sind auch in ihrer Sprache Analphabeten. Wir haben SuS, die das Abitur und einen Studienplatz anstreben, aber auch welche, die froh sind, wenn sie den Hauptschulabschluss schaffen. Sie alle bringen ihre eigenen, besonderen Geschichten, Sprachen, Traditionen und Gebräuche mit. Dies belebt eine Gemeinschaft wie die unsere. 

Es nötigt allen Beteiligten ein Mindestmaß an Toleranz, Einfühlungsvermögen und Integrationswillen ab. Es zeigt sich auch hier wieder, dass vor allem das erfolgreiche Erlernen der deutschen Sprache zentral für die Integration in die deutsche Gesellschaft ist. Dies bleibt der Maßstab, an dem unser Unterricht gemessen wird. 

Bei Fragen, Anregungen, Ideen oder auch Problemen steht Herr Lücke als Koordinator für den Bereich „Integration“ unter seiner Dienstemail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! gerne zur Verfügung.